Wikinger Schach: Geschichte, Herkunft & witzige Theorien dazu

Eigentlich ist es ja „wurscht“, wo Wikinger Schach herkommt, Hauptsache es macht Spaß. Doch ab und zu kommt doch dann beim Spielen doch mal der Moment, wo man sich gegenseitig fragt: Was hat Wikinger Schach für eine Geschichte?, Warum heißt das Spiel eigentlich so? und Aus welchem Land kommt Wikinger Schach?

Also warum nicht einmal nachschauen und eine kleine Forschungsreise in die Vergangenheit antreten?! Schließlich ist es ja doch ganz interessant zu wissen, wer sich dieses schöne und kurzweilige Spiel ausgedacht hat.

Beim Recherchieren bin ich auf ein tolles Video gestoßen, das Teil eines Studienprojekts der Fachhochschule Potsdam ist. Das fein animierte Video geht nicht nur auf die Wikinger Schach Regeln ein, sondern auch ein bisschen auf die Wikinger Schach Geschichte und Herkunft ein. Die Erkenntnisse aus dem Video und von anderen Seiten, die ich gefunden habe, möchte ich euch in diesem kleinen Artikel zur Herkunft des Spiels einmal vorstellen.

Um es euch direkt zu verraten: Es gibt viele Theorien und Thesen, und von den alten Ägyptern über die Griechen bis zu den Wikingern – natürlich – ist alles dabei.

Wikinger Schach: Schon bei den Ägyptern vor 7.000 Jahren populär?

Das allererste Mal taucht ein Wikinger Schach-ähnliches Spiel bereits 5200 vor Christus auf, in einem Grabkammer der Ägypter. Fest stehen soll ferner auch, dass die Wikinger das Spiel gespielt haben – daher auch der Name Wikinger Schach. Andere Namen für das Spiel sind neben Kubb übrigens auch noch: Wikingerkegeln, Stöckchenspiel, Bauernkegeln, Wikingerspiel sowie Hägars Wikingerschach. Hägar, der Schreckliche? Vermutlich 😉

Was nicht feststeht ist, in wie fern das Spiel früher gleichen Regeln wie heute folgte, oder ob es früher anders gespielt wurde. Den durchaus nicht zimperlichen Wikingern unterstellt man auf mancher Webseite, dass sie nicht nur mit Wurfäxten statt Hölzern gespielt haben, sondern sogar mit Schädeln und Knochen (!). What the fu**?!

Mit Axt statt Wurfhölzern – haben die Wikinger so gespielt?

Wenn dem so ist, dann hatte das Spiel früher wenig mit dem gemütlichen Stöckchen werfen beim Grillen im Park mit einem Bier in der anderen Hand zu tun. So soll es nicht gerade selten gewesen sein, dass es durch das Spiel  und die geworfenen Äxte zu der ein oder anderen schweren Verletzung gekommen sei. Da die Wikinger ja absolute „Axtwurf-Experten“ waren, neben den Indianern, ist es zumindest einigermaßen vorstellbar, finde ich, dass ihnen das zu langweilig wurde mit den Wurfhölzern und sie lieber Äxte genommen haben. 😉

Übrigens soll Wikinger Schach ein bisschen Ähnlichkeit zu Hnefatafl haben, einem anderen – allerdings Brettspiel – Spiel der Wikinger.

Wikinger Schach Geschichte: Die reiselustigen Wikinger sollen das Spiel bekannt gemacht haben

Wikinger Schach GeschichteDa die Wikinger ebenso reiselustig wie blutrünstig waren, ist es auch nicht verwunderlich und durchaus denkbar, dass sie das Spiel auch in andere Teile des Globus getragen haben – und die Geschichte des Wikinger Schachs damit verbreitet haben. Denn während sie anfangs „nur“ ihre unmittelbare Umgebung angegriffen haben, haben sie ihre „Touren“ später auch ordentlich ausgedehnt.

Wikinger Schach wird so umschrieben, dass es eine Schlacht zweier Armeen um ihren König darstellt. Laut Aufzeichnungen zur Geschichte sollen die Wikinger auf ihren Festen das Spiel gespielt haben.

Da ihr nicht gerade vorsichtiger „Lifestyle“, um mal ein modernes Wort für ihre Lebensart zu benutzen, dazu geführt haben soll, dass sie viele Männer auf ihren Reisen und Schlachten verloren, stieg der Frauenanteil mit der Zeit. Und so, liest man in Texten zur Geschichte des Wikinger Schachs, dass man mit der Zeit die Äxte durch Wurfhölzer ausgetauscht habe. Es geht dann also doch friedlicher.

In vielen Kulturen wurde Kubb gerne gespielt

Die Hauptjahre der Wikinger sollen zwischen 800 und 1000 gewesen sein, und auch Ende des 14. Jahrhunderts noch soll sich das Spiel großer Beliebtheit erfreut haben. Die Wikinger Schach Geschichte berichtet, dass sich das Spiel durch die Hanse verbreitete, unzwar nicht zu knapp: Der gesamte Ostsee-Raum, darunter Skandinavien, aber auch England, Nordfrankreich und Deutschland, so heißt es im Video, sollen „Kubb-infiziert“ gewesen sein.

Ab dem 15. Jahrhundert soll das Spiel dann aber auf merkwürdige Art erst einmal etwas in Vergessenheit geraten sein – bis auf ein paar schwedische Höfe im Hinterland, die es bewahrt haben sollen. Erst um 1990 herum soll Wikinger Schach bzw. Kubb dann wieder eine Renaissance erlebt haben, und seitdem ist es definitiv auf dem Vormarsch und ein Ende ist (noch) nicht in Sicht.

Wikinger Schach ist auf dem Vormarsch

Seit 1995 findet in Rone auf Gotland die offizielle Kubb-WM statt. Sie hat vermutlich noch nicht die mediale Reichweite wie eine Fußball-WM ;), doch immerhin waren ganze 1000 Menschen bei der WM 2016 als Spieler involviert, laut Berichten.

Und auch in Deutschland ist das Interesse ungebrochen: Mehr als 40 Turniere zu Wikinger Schach soll es 2016 in Deutschland gegeben haben, einige davon mit mehr als 100 teilnehmenden Teams. Den ersten offiziellen Wikinger Schach-Wettkampf in diesem Land hat man übrigens offenbar im Jahr 2002 in Berlin registriert, wo seitdem jährlich die German Kubb Masters stattfinden, sowie auch die Kubbeuropameisterschaften.

Ich persönlich genieße das Spiel ja als Hobbyspiel und mag es just for fun, seit ich es mir gekauft habe, vermutlich auch, weil mein Talent nicht für mehr reicht ;), aber es ist ja auch schön, wenn andere darin so gut werden, dass sie zu solchen Turnieren fahren wollen und können. In Leipzig sollen übrigens an jedem ersten Juli-Wochenende des Jahres die deutschen Kubb-Meisterschaften stattfinden.

Kubb ist schwedisch & heißt „Holzklotz“

Übrigens gibt es auch die Theorie, dass das Spiel in der Form, wie es heute gespielt wird, erst Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt worden sei, unzwar in – genau – einem kleinen Ort, der Kubbe heißt, in Skandinavien gelegen. Der Erfinder sei ein gewisser Egmund Franzén gewesen.

Kubb übrigens soll auf Schwedisch so viel heißen, wie: „Holzklotz“ und vom schwedischen Wort „Vedkubbar“ stammen.

Nun, wie dem auch sei, und was davon auch stimmen mag, es war eine interessante Reise durch die Kubb- und Wikinger Schach-Geschichte, wie ich finde, die viel mehr Anekdoten und Wissenswertes zu Tage gefördert hat, als ich mir anfangs vorgestellt hatte, doch jetzt gehe ich trotzdem erst mal noch eine Runde Wikinger Schach spielen. 😉

Referenzen zum Thema und Artikel: